OJK 2011

Bericht vom Donnerstag, 26. Mai

Gott singe mich, ich will dein Lied sein - Konferenzreferat

In diesem Jahr war Pfarrer Stefan Weller (Wädenswil, Schweiz) eingeladen in einem Referat das Thema der Konferenz „Gott, singe mich, ich will dein Lied sein“ zu entfalten.

Pfarrer Stefan Weller aus Wädenswil (Schweiz)
Pfarrer Stefan Weller aus Wädenswil (Schweiz)

Mit einer persönlichen Musikerfahrung bei einem Popkonzert eröffnete er seine Überlegungen und Beobachtungen. Solche „Gipfelerfahrungen“ bei denen Musik Wahrnehmung der Zeit verändert, ein besonderes Gemeinschaftsgefühl, das Erleben von Frieden oder zuweilen Erschrecken eröffnet, gehören zum Erleben aller Menschen. Sie müssen, so Weller, nicht zwangsläufig religiöse Erfahrungen sein, sind dafür jedoch offen. Auch theologisch ordnete das Referat diese Erfahrungen als Momente ein, in denen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft mit der Ewigkeit Gottes zusammenfallen.
Das eigene Singen dagegen ist nicht nur Erfahrung von Musik, sondern zugleich Selbsterfahrung. Wer singt, geht über sich selbst hinaus, bringt, besser als durch Sprache, sein Innerstes zum Klingen und macht es hörbar. So wies der Referent auch auf die persönlichkeitsbildende Bedeutung von Musik und Gesang hin. Nicht zuletzt bildet Gesang Gemeinschaft und, so behauptete Stefan Weller, verändert die Welt.
Diese Erfahrungen unterstrich er theologisch mit der Beobachtung, dass in den Schriftreligionen Judentum, Christentum und Islam das Singen ein Teil der Schöpfung Gottes, nicht aber ein Teil Gottes selbst ist oder aus sich selbst die Verbindung zu Gott enthält. So ist die Musik befreit, auch weltliche Musik zu sein, bleibt aber genau so offen dafür, Gott darin zu hören und mit Musik und Gesang Gott zu antworten.
Auf dieser Grundlage interpretierte Weller schließlich auch die Liedzeile, die zum Thema der Konferenz geworden ist: „Gott, singe mich, ich will dein Lied sein“. Es ist ein Vergleich, der erst dann zum Tragen kommt, wenn am Ende des Liedes die freie Willensentscheidung Ausdruck findet: „ich will das Lied vom Frieden sein für sie“.
In seinen anschließenden Überlegungen zur aktuellen Musik in der Kirche und ihren Berührungen mit der Popmusik, die mit vielen Beobachtungen aus der Kirchengeschichte ergänzt waren, ging Stefan Weller auch auf die Anfänge der methodistischen Bewegung ein. Charles Wesley hatte rund 9000 Texte für Kirchenlieder verfasst. Sein Bruder John Wesley wählte die Melodien dazu aus den damals populären Liedern.
Überraschend war im Referat ein Jubiläum zu feiern. 1961 war das wohl bekannteste neue Kirchenlied „Danke, für diesen guten Morgen“ erschienen. Dieses Lied wurde denn auch von einer originalen Schallplatte aus dem Jahre 1961 eingespielt.
Dieses Jubiläum war für den Referenten Ausgangspunkt zu verschiedenen Beobachtungen zu neuen und neuesten Kirchenliedern und ihrer Verbreitung.
Die abschließenden Thesen des Referats wurden in der Gesprächsrunde dann diskutiert und nach ihrer Wirkung für die aktuelle Praxis in den Gemeinden befragt. Dabei wurde unterstrichen, dass die Gemeinden ihre Musik gefunden haben und dennoch immer neu reflektierend finden müssen. Es wurde deutlich, dass viele Anregungen für diese Reflexionen im Referat zu finden waren.
Mit lang anhaltendem Applaus dankte die Konferenzgemeinde Stefan Weller für sein exzellentes Referat.

Pfarrer Stefan Weller ist in der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz kein Unbekannter. Er stammt aus der OJK und war von 1988 an Pastor zunächst im Gemeindebezirk Dessau und dann im Kinder- und Jugendwerk der Kirche in Zwickau, bevor er im Jahr 2006 Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz wurde.

Moderiert wurde das anschließende Gespräch von Gabriele Lasch, Laienmitglied der OJK aus Bad Klosterlausnitz.
(ESÖ)


Plenumssitzung ohne Überraschungen

Der erste Punkt, den Bischöfin Rosemarie Wenner aufrief, war der Bericht des KVR.  Superintendent Stephan Ringeis führte die Konferenz durch die einzelnen Teilberichte des KVR.
Pastor Matthias Meyer, der einige Jahre Schriftführer der OJK war, konnte diese Sitzung ganz entspannt aus einer anderen Perspektive verfolgen. Die Konferenz dankte ihm für diese Arbeit noch einmal herzlich. Nun protokolliert seit dieser Konferenz Pastor Michael Schneider das Konferenzgeschehen.  Dem Vorschlag des Vorschlagsausschusses, dass die Vorsitzenden der StA Mitglieder im KVR sein sollen, stimmte die OJK zu.  Auch eine Bezirksveränderung wurde durch die OJK legitimiert:  Der Bezirk Ehrenfriedersdorf besteht nun aus den Gemeinden Ehrenfriedersdorf, Geyer und Herold, zum Bezirk Venusberg gehören nun die Gemeinden Drebach, Venusberg und Grießbach. Mit dem Mittagsgebet, dem Lied „Der Tag ist seiner Höhe nah …“ ging die Konferenz in die Mittagspause.
(CWE)

Das Konferenzplenum machte die Beschäftigung mit dem umfangreichen Bericht der Superintendenten verpflichtend für alle Bezirke und Konvente. In ihren Überlegungen zu zukünftigen Strukturen der Gemeindearbeit hatten die Superintendenten zunächst nur um Beschäftigung mit dem Papier gebeten. Zudem beauftragte die Konferenz eine Kreativarbeitsgruppe mit der Erarbeitung eines eigenständigen missionarischen Konzeptes für die OJK. Dieser Auftrag soll bis zur Konferenztagung 2012 umgesetzt sein. Auf diese Weise hat das Gespräch der gesamten Konferenz zu den Struktur- und Zukunftsfragen einen guten Anfang genommen.
Den beiden Superintendenten wurde nicht nur in den zahlreichen Gesprächsbeiträgen, sondern auch mit Applaus für ihren Bericht und ihre Arbeit herzlich gedankt.

Im Namen der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK) grüßte Christine Flick die OJK herzlich. Sie erzählte von der nur eine Woche zurückliegenden Tagung der SJK und dem dortigen Thema „Wo Himmel und Erde sich berühren“. Es gäbe, so führte sie aus, bezüglich der Themen, die von den Konferenzen behandelt werden große Übereinstimmung. Die gegenüber der SJK deutlich kleinere OJK habe dabei nur den Vorteil, dass sie in ihrer Kleinheit um bestimmte Fragen und Entscheidungen nicht herum komme. Für diese Entscheidungen wünschte Christine Flick der OJK Mut und nachher die gute Erfahrung, dass Himmel und Erde einander berühren.

Nach einer längeren Debatte zur zukünftigen Gestaltung der Arbeit der Zentralkonferenz, stimmte die OJK mit einer deutlichen Mehrheit für die dazu vorliegenden Anträge. In der Aussprache wurde zum Einen deutlich, dass der gefundene Kompromiss schmerzhafte Einschnitte für die Werke der Kirche bedeutet. Zum Anderen war der Weg zu den nun verabschiedeten Beschlüssen sehr konstruktiv und von einem wachsenden Verständnis füreinander geprägt. Die Zentralkonferenz ist das Dach, unter dem Süddeutsche, Norddeutsche und Ostdeutsche Jährliche Konferenz ihre gemeinsame Arbeit organisieren.  Den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, die diesen Kompromiss erarbeitet wurde herzlich für ihre Arbeit in den vergangenen beiden Jahren gedankt.
(ESÖ)


Musik zum Mitmachen

auch die Kleinen haben fleißig beim Trommeln trotz Regens mitgemacht
auch die Kleinen haben fleißig trotz Regens mitgemacht

Die Promenade mit Musik zum Mitmachen fiel buchstäblich ins Wasser. Unwetterartige Regenschauer und Gewitter sorgten dafür, dass nicht nur einige Geschwister durchnässt vom Abendbrot kamen, sondern dass auch der Server im Schreib- und Internetbüro aufgrund einer Überspannung seinen Dienst einstellte. Desweiteren war ein Aufenthalt im Freien unmöglich. Dabei klangen die Angebote überaus interessant und verlockend. Ein Lied auf Flaschen blasen oder auf Klangrohren spielen, das kann man nicht jeden Tag ausprobieren. Die Trommelgruppe verlegte sich kurzerhand in den Gemeinderaum. Die Atmosphäre blieb trotzdem entspannt und gelöst. Man führte zum Beispiel Gespräche in den Gängen und Fluren der Friedenskirche, suchte sich schon gute Plätze für das abendliche Konzert oder lauschte den Stimmproben des Chores und der Band.
(MZI)


Lobt Gott getrost mit Singen - Konzert mit Gemeinde

„Lobt Gott getrost mit Singen“ stimmte der Gemischte Chor, begleitet durch die Band und die Bläser von der Crottendorfer Blechbläsergruppe „Brassissimo“, schwungvoll an und Pastor Jörg Herrmann unterstrich in seiner Begrüßung, dass wir nun alle miteinander dieser Einladung folgen wollen. Ralf Wendrock, der durch das Konzert führte und den Gemischten Chor leitete, spannte in seinen einleitenden Worten zu Beginn den Bogen vom Theologischen Referat am Vormittag in den Abend hinein. Was wir über die Kraft der Musik und des Gesanges am Vormittag gehört haben, füllt sich nun mit Leben, kommt zum Klingen. Die vielen Konzertbesucher, die schließlich auch zum Singen eingeladen waren, erlebten zudem eine Premiere. Zum ersten Mal sangen die Chöre der beiden Gemeinden Walthersdorf und Crottendorf gemeinsam. Das Konzert zeigte allerdings, dass diese Zusammenarbeit wunderbar funktionierte. Texte Christoph Zehendners, Jörg Zinks und der neuseeländischen Liederdichterin Shirley Erena Murray sowie Melodien von Lars Arberg, Horst Krüger und Johann Sebastian Bach interpretierte der Chor mit spürbarer Freude, viel Gefühl und mitreißend.

Chor mit Bläser und Band
Chor mit Bläser und Band

Nicht anders war das bei den Bläsern der Gruppe Brassissimo, die z.B. mit „Welch ein Freund ist unser Jesus“ und „It´s me o Lord“ so manchen Fuß in der voll besetzten Friedenskirche zum wippen brachten. Mit der Sonata von Johann Valentin Rathgeber, einem Zeitgenossen Johann Sebastian Bachs, bezogen sie die Konzertteilnehmer dann vollends in die Musik ein. Gemäß den Anweisung des Komponisten wurden die Pausen des Stückes mit den Füßen gestampft, gepfiffen, geklatscht und gelacht.
Die Mitglieder von Brassissimo wussten allerdings auch von ihren bisher recht schwierigen Erfahrungen mit der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz zu berichten. Als sie z.B. am Himmelfahrtstag 2000, damals war die OJK auch in Crottendorf zu Gast, mehrere Zwischenmusiken spielen sollten, war das Konferenzprogramm so aus dem Zeitplan geraten, dass sie nicht alle Stücke spielen konnten, sondern vorher zu einem weiteren Engagement aufbrechen mussten. Das ganz im Zeitplan gebliebene Programm des Abends und der lang anhaltende Applaus haben sie hoffentlich mit der OJK wieder versöhnt. Den am Ende beschwingt und teilweise summend oder singend die Kirche verlassenden Konzertbesuchern hatte das Konzert offensichtlich nicht nur gefallen, sondern auch gut getan.
(ESÖ)